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Da stolperte Minister Niebel über den Teppich

Da stolperte Minister Niebel über den Teppich

Ein Aufschrei geht durch die Republik. Dirk Niebel, unser Bundesminister für Entwicklungshilfe hat einen Teppich in Afghanistan gekauft. An sich nichts Ungewöhnliches, werden doch Reisen in andere Länder durch Politiker gern dazu benutzt, um das eine oder andere außergewöhnliche Mitbringsel zu erstehen und das traute Heim mit Erlesenem aus aller Herren Länder zu schmücken. Dies unterstreicht das Image des weit Gereisten, des Erfahrenen, der trotz der Bürde seines Amtes noch Zeit fand, fremde Kulturen ausführlich zu studieren. Da sich der Herr Minister – seines Zeichens Mitglied der FDP – nicht den Gefahren des kriegsgeplagten Landes aussetzen wollte oder gar beim Teppichkauf auf einem gewöhnlichen afghanischen Markt eine Kugel in den Kopf haben wollte, wie etwa der gemeine deutsche, amerikanische oder französische Soldat, ließ er sich die Knüpfwerke durch einen empfohlenen Händler in bewährter Großmannssucht in die deutsche Botschaft bringen.

Dort konnte er sicher vor Feindeinwirkung den begehrten Afghanen zum Schnäppchenpreis erstehen. Für einen – selbstverständlich nicht von Kindern – handgeknüpften neun Quadratmeter großen Teppich, musste der Herr Bundesminister 1.100 Euro berappen. Da blieb ihm bei seinem spärlichen Ministergehalt freilich nicht die Möglichkeit für den Transport des Teppichs mit der Maschine des befreundeten Kollegen Schindler, seines Zeichens Chef des BND mit eigener Dienstmaschine, zu bezahlen. Sogar bei der Einfuhr musste er sparen und schmuggelte kurzerhand das gute Stück mithilfe seines Dienst-Mercedes und seines Fahrers am Zoll vorbei.

Dieses Verhalten muss jedoch einigen Beamten des BND sauer aufgestoßen sein, denn sie leiteten – selbstverständlich anonym – einen Hinweis an die dankbare Presse, die sofort damit anfing, den Minister zu demontieren. Dieser, weder dumm noch faul, erstattete schnell noch Selbstanzeige, um einer anzunehmenden Strafe zu entgehen und beteuerte umgehend, dass dies alles ein bedauerliches Versehen sei, weil er sich selbst nicht um die Angelegenheit gekümmert habe. Wie sich doch die Ausreden von zu Guttenberg über Wulff bis zu Niebel gleichen.

Sofort bliesen die Spitzenfunktionäre der SPD, der Grünen und der Sozis zum Sturm ob des unglaublichen Verhaltens des Herrn Ministers Niebel. Es sei einfach unfassbar, der Untergang von Moral und Ethik in der Politik und dabei klang es fast immer, als ob sie nur neidisch gewesen wären, dass sie selbst keinen handgeknüpften Afghanen in der deutschen Botschaft in Kabul zum Sonderpreis kaufen und ihn nach Deutschland schmuggeln konnten. Sie echauffierten sich auch nicht etwa darüber, dass sich ein Bundesminister, da, wo deutsche Soldaten im Kriegseinsatz jeden Moment getötet werden können, um seinen fliegenden Teppich kümmert, oder dass er diesen mit dem Dienstjet des BND-Chefs kostenfrei nach Deutschland bringen lies, sondern darüber, dass der Zoll nicht bezahlt wurde. Und da ist sie wieder, die Realität in Deutschland: Du kannst alles machen, aber wenn Du Steuern und Zölle hinterziehst, lieferst Du Dich ans Messer!

Lesenswert ist auch die Meinung von Jochen Hoff zu diesem Thema: Wenn man Niebel heißt oder in der FDP ist, ist jedes Verbrechen erlaubt

Bildquelle: http://politik.in2pic.com (de.wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

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8 Antworten to “Da stolperte Minister Niebel über den Teppich”

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